Karl-Hans Janke vs. Wernher von Braun

Am 23.06.07 findet um 14.00 Uhr die Eröffnung der Ausstellung: "Karl Hans Janke vs. Wernher von Braun - Die Ideen eines Weltraumphantasten" statt. Sie steht bis zum 04.11.07 kostenfrei allen Besuchern des Museums offen.

„Ich bitte, die Bilder und Alben aufzubewahren, mit den vielen Zeichnungen und Modellen, die ich für Euch Menschen geschaffen habe…“ Karl Hans Janke

Ein Zufallsfund entpuppte sich als kleine Sensation: Im Sommer 2000 wurde auf dem Dachboden der Psychiatrischen Landesanstalt Hubertusburg in Wermsdorf ein Dutzend Obstkisten mit tausenden großformatigen Zeichnungen entdeckt: futuristische Raumschiffe, aber auch „Rasierklingenschärfer“ oder „Eistabletten mit Fruchtsaft“. Ex-Documenta-Chef Jan Hoet rückte einige Zeichnungen in die Nähe Leonardo da Vincis: "Seine Blätter sind perfekt. Man kann nichts hinzufügen, aber auch nichts wegnehmen". Der Name des Künstlers - Karl Hans Janke - war bis dato unbekannt.

Karl Hans Janke , im pommerschen Kolberg 1909 geboren, verbrachte sein Leben von 1948 bis zu seinem Tod 1988 in der Psychiatrie des Krankenhauses Hubertusburg in Wermsdorf zwischen Leipzig und Dresden. Die Diagnose des behandelnden Arztes lautete „chronisch paranoide Schizophrenie“. Das Symptom seiner Krankheit sei „wahnhaftes Erfinden“. Mit unglaublicher Energie schuf er in seiner Arbeitsecke, die in der Klinik toleriert wurde, über 2500 Zeichnungen und eine Reihe von Modellen: das „Trajekt“ (ein Flugzeug ohne Benzin oder Strom), „Sonnen- Kinder aus dem Magma- Spermat“.

Janke verstand sich als Erfinder, Ingenieur und Künstler und hinterließ mehr als 2500 Zeichnungen von Flugmobilen, nuklear betriebenen Raumschiffen, Energieakkumulatoren, Motoren und komplizierten Triebwerken. Er insistierte auf die Anerkennung seiner Ideen und führte dazu einen umfangreichen Briefwechsel mit Institutionen, Betrieben und Ärzten. Nicht zuletzt begriff sich Janke als Originalgenie und formulierte eigene Theorien zur Geschichte des Weltalls, erfand ein kosmologisches Modell, entdeckte als regenerierbare Energiequelle die Raumelektrizität. Jankes Werk geht in seiner inneren Struktur weit über den Rahmen der Kunst hinaus.

Die Ausstellung verdeutlicht die sanften Übergänge zwischen wissenschaftlichrer Genialität, Kunst und Wahnsinn. Sie führt an den Rand des heute Erklärbaren und verweist auf die Zukunft. Jeder Besucher kann sich selbst ein Bild davon machen, ob die Erfindungen Jankes vollkommenem Wahnsinn entsprungen sind oder ob sie als technischer Geniestreich in die Zukunft weisen.