Restaurierung im Historisch-Technischen Museum Peenemünde

Das Historisch-Technische Museum Peenemünde verfügt seit dem Jahr 2006 über eine eigene Restaurierungswerkstatt für den Fachbereich Metall. Diese ist transparent angelegt und gewährt so Besuchern Einblicke in die Arbeit des hier tätigen Restaurators. Auf Wunsch wird auch im Rahmen von Führungen ein Überblick über die Problematik der Restaurierung / Konservierung von Sachzeugen der Technikgeschichte und ihrer Ambivalenz, an einem Ort wo Vernichtungswaffen entwickelt und gebaut wurden, vermittelt. Sowohl kleine, als auch größere Restaurierungsprojekte werden mit höchsten Ansprüchen und im Einklang mit den Denkmalschutzgesetzen des Landes Mecklenburg-Vorpommern, sowie der Charta von Burra und nationalen und internationalen Richtlinien zum Umgang mit Denkmälern geplant und verwirklicht.

Ein 2011 abgeschlossenes Restaurierungsprojekt im Kraftwerk Peenemünde wurde mit dem höchsten Preis in der europäischen Denkmalpflege, dem "European Union Prize for Cultural Heritage / Europa Nostra Award" in der Kategorie I - Restaurierung und Konservierung - ausgezeichnet. Es hatte die Sanierung von Mauerwerk und Anlagen des Kesselhauses, das Brecherhaus mit dem Schrägaufzug, das Siebhaus und die Bekohlungsanlagen der Kranbahn zum Inhalt. Größte Herausforderung hierbei war die Asbestsanierung im Kesselhaus des Kraftwerkes.
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Das Historisch-Technische Museum ist eine anerkannte Einsatzstelle der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd) und der Jugendbauhütte Stralsund/ Szczecin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Im Rahmen eines freiwilligen Jahres in der Denkmalpflege werden im Museum seit dem Jahr 2008 Praktikantinnen und Praktikanten aus Polen und Deutschland betreut und auf ein Hochschulstudium oder eine Berufsausbildung vorbereitet. Das Praktikumsjahr wird als Vorpraktikum für den Studiengang "Restaurierung" (Fachbereich Technisches Kulturgut, Metall, Kunsthandwerk) anerkannt.

Im Aufbau befindet sich ein "Archiv für Restaurierungstechnologien" das Interessenten Einblick in die verschiedensten Möglichkeiten zur Restaurierung / Konservierung von Kunst- und Kulturgut aus Metall aller Zeitepochen geben soll. Fragen wie: "Wie kann einem Kronleuchter aus dem 17. Jahrhundert, an dem die Hälfte der Teile fehlt und andere defekt sind, wieder zu neuem Glanz verholfen werden?"; "Wie kann man ein barockes Türschloss aufarbeiten und wieder in Funktion bringen, ohne dass es seine Authentizität verliert?"; "Wie kann ich Zinnobjekte - vom Leuchter bis zum Sarkophag - bearbeiten?"; "Wie ein Zinkgussobjekt aus dem 19. Jahrhundert vor dem Verfall bewahren und wie einen vergoldeten Abendmahlskelch reparieren und wieder seiner Bestimmung zuführen?"... Vor allem Objekten die noch in Gebrauch und Nutzung sind, soll mit den Antworten aus diesem Archiv geholfen werden um sie für kommende Generationen zu erhalten.

 

Sie können die Restaurierungswerkstatt direkt kontaktieren:

Restaurierungswerkstatt-Metall
- Wolfgang Hofmann -
Im Kraftwerk, 17449 Peenemünde
Tel. 038371/505 200
E-Mail: restorer49@gmail.com

Geschichte, Projekte und Referenzen der Restaurierungswerkstatt (PDF)